„…in besinnungslosen Zeiten“

Es sind die immer gleichen Reflexe der Redaktionen, die immer gleichen Reaktionen und die immer gleichen guten Vorsätze – nach dem  Absturz des Germanwings-Airbus im April 2015 brachte es Bernhard Pörksen in „DIE ZEIT“ auf die Formel: „Die Mediengesellschaft braucht Regeln zur Wahrung der Besonnenheit in besinnungslosen Zeiten.“

Es ging um die Berichterstattung, das Wie der Arbeit vor Ort, Methoden und Inhalte. Wieder  einmal wurde die Forderung nach Selbstbeschränkung, Achtsamkeit, Rücksichtnahme laut – und nun? Was bleibt davon in den Redaktionen? Welche Anforderungen stellt etwa ein traumasensibler Umgang mit Betroffenen an Reporter und Rerporterinnen? Welches neue Handwerkszeug brauchen sie, Kamerateams, Fotografen? Welche journalistischen Routinen müssen überprüft werden? Welche neuen Inhalte können das Informationsinteresse der Öffentlichkeit und die Interessen von Beteiligten, Betroffenen und Hinterbliebenen gleichermaßen befriedigen? Und was gilt für die Berichterstattung von einem  schweren Verkehrsunfall, dem Brand eines Hauses, einem Verbrechen? Welche Verantwortung übernehmen Journalisten durchaus ungewollt aber automatisch, wenn sie Täter porträtieren?

Diese Fragen stellen sich immer wieder, denn der journalistische Alltag stellt Reporter und Reporterinnen immer wieder vor solche Aufgaben – im Lokaljournalismus ebenso wie bei überregionalen Themen. Achtsamkeit ist dabei keine lässliche Fähigkeit, vielmehr wird sie ein Qualitätsmerkmal der Berichterstattung, hörbar, sehbar, lesbar; Interviews werden intensiver, Gesprächspartner innerhalb des gesetzten Rahmens offener. Es entsteht Exklusivität in Form und Inhalt sowie ein eigenes Profil zum Nutzen aller Beteiligten und des Mediums.

Das Konzept „Nicht schaden“ liefert die dafür nötigen praxisorientierten Antworten und geht damit über bisherige Angebote hinaus. Es richtet sich an Zeitungen, elektronische Medien, Reporter, Redakteure und Führungskräfte. Es vermittelt Interviewtechniken für Gespräche mit Menschen nach belastenden Ereignissen, zeigt die Wirkung bestimmter Inhalte, stellt die bisher gültigen Kriterien auf einen sachlichen Prüfstand und gibt thematische Hilfestellungen.

Advertisements